Über Pfadi Manegg

Vor 97 Jahren gründete die Zürcherin Esther Berthean nach einem Englandaufenthalt, bei dem sie mit der Pfadfinderinnenbewegung in Berührung gekommen war, die Abteilung Manegg und damit die erste Meitlipfadi der Schweiz. Das unkonventionelle Angebot wurde rege genutzt und so wuchs die Pfadi Manegg rasch auf rund 1000 Mitglieder an, denn die Mädchen waren begeistert von der Möglichkeit, wie gleichaltrige Jungen im Wald zu spielen und draussen zu zelten.

1925 wie heute erleben die Mädchen aus Zürich Hirslanden, Hottingen, Witikon, Seefeld und Birmensdorf, Aesch, Uitikon in ihren Gruppen jeden Samstag kleine und in den Zeltlagern auch grössere Abenteuer. Dabei sieht man den Kindern und Jugendlichen ihre Begeisterung förmlich an und spürt die Energie, die aus dem Konzept von jungen Menschen, die Junge leiten, resultiert; mit 20 gehört man hier schon zu den Ältesten und beginnt, den jüngeren Leiterinnen seine Aufgaben zu übertragen.

Dieser jugendliche Elan ist es wohl auch jener, der die Manegg über schwierige Zeiten des Mitgliederschwundes hinweggerettet hat. Denn mittlerweile gibt es unzählige Freizeitangebote, die den Pfadiabteilungen ihre Mitglieder streitig machen. Mit der Zeit hat sich die Meitlipfadi Manegg auf weniger als ein Fünftel verkleinert, aber dank Werbeaktionen in Grundschulen und tatkräftigen Leiterinnen hat sich die Mitgliederzahl in den vergangenen Jahren wieder stabilisiert und beginnt sogar langsam zu steigen. Denn inzwischen scheinen viele Eltern wieder mehr Wert auf Bewegung im Freien und Aktivitäten in der Gruppe zu legen, welche in unserer Zeit der Smartphones und Online-Chats wichtiger denn je sind.